
1.6957 (26NiCrMoV14-5)
Werkstoffdatenblatt
Internationale Bezeichnung für 1.6957 (26NiCrMoV14-5)
| DIN | 1.6957 | Deutscher Standard |
| EN | 26NiCrMoV14-5 | Europäische Norm, entspricht DIN-Bezeichnung |
| Frankreich (AFNOR) | 26NCDV14-5 | Französische Norm |
| England (BS) | 817M45 | Britischer Standard |
| Japan (JIS) | SCM445 | Japanische Entsprechung |
Anwendungsbereiche
Der Stahl 1.6957 (26NiCrMoV14-5) ist ein hochfester legierter Vergütungsstahl, der speziell für stark beanspruchte Bauteile eingesetzt wird. Typische Anwendungen sind Kurbelwellen, Getriebe- und Antriebswellen, Bolzen, Zahnräder sowie andere Maschinenteile, die hohe Dauerfestigkeit und Zähigkeit erfordern. Durch seine exzellente Härtbarkeit und die Möglichkeit des Vergütens kann die Festigkeit optimal an die Belastungsanforderungen angepasst werden. Auch im Maschinenbau, Fahrzeugbau und in der Energietechnik wird der Werkstoff häufig verwendet, da er dynamische Belastungen und Verschleiß sehr gut verträgt. Seine Kombination aus zähem Kern und verschleißfester Oberfläche macht ihn besonders für sicherheitskritische und langlebige Bauteile geeignet.
Eigenschaften
Der Stahl 1.6957 zeichnet sich durch eine hohe Festigkeit, sehr gute Zähigkeit und hervorragende Dauerfestigkeit aus. Nach dem Vergüten erreicht er sowohl einen zähen Kern als auch eine verschleißfeste Oberfläche, wodurch er für dynamisch belastete Bauteile ideal ist. Die Härtbarkeit erlaubt eine gezielte Oberflächenhärtung bei gleichzeitig zähem Kern. Im weichgeglühten Zustand ist der Stahl gut bearbeitbar, nach dem Vergüten nimmt die Bearbeitbarkeit ab. Korrosionsbeständigkeit ist begrenzt, daher sollte er in feuchter oder aggressiver Umgebung geschützt werden.
| Festigkeit | Sehr hoch, besonders nach Vergüten |
| Schweißeignung | Eingeschränkt; Vor- und Nachwärmen notwendig |
| Verschleißbeständigkeit | Hoch nach Oberflächenhärten |
| Korrosionsbeständigkeit | Gering; Schutzmaßnahmen empfehlenswert |
| Dauerfestigkeit | Sehr hoch; zuverlässig bei dynamischer Beanspruchung |
| Zähigkeit | Sehr gut; resistent gegen Bruch unter Belastung |
| Härtbarkeit | Hervorragend; ermöglicht Oberflächenhärten bei zähem Kern |
| Maßhaltigkeit beim Härten | Sehr gut; geringe Verzugsneigung |
Welche Wärmebehandlungen werden für 1.6957 angewendet?
1.6957 wird vor allem vergütet, um eine hohe Festigkeit und Zähigkeit zu erreichen. Vor dem Vergüten wird der Stahl oft weichgeglüht, um die Bearbeitung zu erleichtern. Nach dem Vergüten sorgt das Anlassen für Spannungsabbau und optimiert die Zähigkeit. Oberflächenhärten kann bei Bedarf zusätzlich erfolgen, um Verschleiß zu minimieren. So lassen sich die mechanischen Eigenschaften exakt auf die Anforderungen der Bauteile abstimmen.
Wie gut lässt sich 1.6957 mechanisch bearbeiten?
Im weichgeglühten Zustand lässt sich 1.6957 gut zerspanen und bearbeiten. Nach dem Vergüten sinkt die Bearbeitbarkeit deutlich, sodass Präzisionsarbeit vorher durchgeführt werden sollte. Schleifen und Finisharbeiten erfolgen meist nach dem Härten, um Maßhaltigkeit zu gewährleisten. Bohrungen und Gewinde können präzise hergestellt werden, wenn geeignete Werkzeuge eingesetzt werden. So bleiben die Bauteile funktional und langlebig.
Welche Legierungselemente beeinflussen die Eigenschaften von 1.6957?
Die wichtigsten Legierungselemente sind Nickel, Chrom, Molybdän und Vanadium. Nickel erhöht die Zähigkeit und Festigkeit, besonders bei tiefen Temperaturen. Chrom verbessert die Härtbarkeit und Verschleißfestigkeit. Molybdän trägt zur Dauerfestigkeit bei dynamischer Belastung bei. Vanadium fördert feinkörnige Mikrostrukturen und erhöht die Kerndhärte.
Chemische Zusammensetzung
| 1.6957 | C | Si | Mn | P | S | Cr | Mo | Ni | V |
| min. | |||||||||
| max. | 0,27 | 0,3 | 0,31 | 1,66 | 0,42 | 3,5 | 0,11 |
