
1.4539 (X1NiCrMoCu25-20-5)
Werkstoffdatenblatt
Internationale Bezeichnung
| EN-Kurzname(Europa) | X1NiCrMoCu25-20-5 | Europäische Hauptbezeichnung |
| EN-Norm | EN 10088 | Edelstahl-Norm |
| AFNOR | Z2NCDU25-20 | Französische Norm |
| AISI / ASTM (USA) | 904L | Amerikanische Norm |
| BS (UK) | 904S13 / 904S17 | Britische Varianten |
| JIS (Japan) | SUS 890L | Japanische Entsprechung zu 904L |
Anwendungsbereiche von 1.4539 (X1NiCrMoCu25-20-5 / AISI 904L)
Der Werkstoff 1.4539 wird überall dort eingesetzt, wo hohe Korrosionsbeständigkeit gefragt ist – besonders gegenüber chloridhaltigen Medien und Schwefelsäure. Typische Anwendungen finden sich in der chemischen Industrie, bei Rauchgasentschwefelungsanlagen, in der Meerwassertechnik sowie in der Pharma- und Lebensmittelindustrie. Auch in der Öl- und Gasbranche sowie bei Entsalzungsanlagen kommt er wegen seiner Beständigkeit gegen Loch-, Spalt- und Spannungsrisskorrosion häufig zum Einsatz.
Eigenschaften
Der Edelstahl 1.4539 ist ein austenitischer Hochleistungswerkstoff mit hervorragender Korrosionsbeständigkeit, insbesondere gegen chloridinduzierte Spannungsrisskorrosion, Loch- und Spaltkorrosion sowie reduzierende Säuren wie Schwefelsäure. Durch seinen hohen Anteil an Nickel (25 %), Chrom (20 %), Molybdän (4,5–5 %) und Kupfer (1–1,5 %) eignet er sich für anspruchsvollste Umgebungen. Zudem ist er nicht magnetisierbar, sehr gut schweißbar und besitzt eine gute Polierfähigkeit.
| Korrosionsbeständigkeit | Sehr hoch, besonders bei Chloriden & Schwefelsäure |
| Magnetisierbarkeit | Nicht magnetisierbar |
| Gefüge | Austenitisch |
| Schweißbarkeit | Sehr gut (mit/ohne Zusatzwerkstoffe) |
| Bearbeitbarkeit | Erschwert (wegen Zähigkeit und Kaltverfestigung) |
Welche chemischen Umgebungen verträgt 1.4539 besonders gut?
Der Werkstoff 1.4539 zeigt eine hervorragende Beständigkeit gegenüber vielen aggressiven chemischen Medien. Besonders beständig ist er gegenüber reduzierenden Säuren wie Schwefelsäure, Phosphorsäure und Essigsäure, aber auch gegenüber chloridhaltigen Lösungen, die häufig zu Loch- oder Spaltkorrosion führen. Diese außergewöhnliche Korrosionsfestigkeit wird durch die Kombination von hohem Nickel-, Molybdän- und Kupfergehalt erreicht, wodurch der Werkstoff selbst in stark belasteten industriellen Anlagen dauerhaft stabil bleibt.
Welche Herausforderungen können bei der Bearbeitung von 1.4539 auftreten?
Aufgrund seiner hohen Zähigkeit und Neigung zur Kaltverfestigung ist 1.4539 schwerer zerspanbar als niedriglegierte Stähle. Beim Drehen, Fräsen oder Bohren sollte daher mit reduzierter Schnittgeschwindigkeit, hohen Vorschüben und scharfen Werkzeugen gearbeitet werden. Zudem ist eine gute Spanabfuhr wichtig, um Werkzeugverschleiß zu minimieren. Kühlen und geeignete Werkzeugbeschichtungen tragen zur Verbesserung der Bearbeitbarkeit bei. Für präzise Bearbeitung ist häufig Erfahrung im Umgang mit hochlegierten Edelstählen erforderlich.
Welche Rolle spielt Kupfer in der Legierung von 1.4539?
Der Zusatz von Kupfer (1–1,5 %) verbessert gezielt die Beständigkeit gegenüber reduzierenden Säuren, insbesondere Schwefelsäure. Kupfer wirkt korrosionshemmend, indem es die Passivschicht stabilisiert und die Auflösung der Legierung an Oberflächen reduziert. Dadurch eignet sich 1.4539 für Anwendungen, bei denen andere Edelstähle versagen würden. Kupfer beeinflusst zudem die Oberflächenstruktur und trägt zu einem gleichmäßigen Passivverhalten bei.
Chemische Zusammensetzung
| 1.4539 | C | Si | Mn | P | S | Cr | Mo | Ni | Cu |
| min. | 19,0 | 4,0 | 24,0 | 1,0 | |||||
| max. | 0,02 | 21,0 | 5,0 | 26,0 | 2,0 |
1.4539 Reststücke
