
1.3505 (100Cr6)
Werkstoffdatenblatt
Internationale Bezeichnung für 1.3505 (100Cr6)
| DIN | 1.3505 | Deutscher Werkstoffnummern-Standard |
| EN | 100Cr6 | Wälzlagerstahl nach EN ISO 683-17 |
| Frankreich (AFNOR) | 100C6 | Französische Entsprechung |
| UNI (IT) | 100Cr6 | Italienische Bezeichnung |
| BS (UK) | 534A99 | Britischer Standard |
| JIS (JP) | SUJ2 | Japanische Norm für Wälzlagerstahl |
| AISI/SAE (US) | 52100 | Amerikanische Entsprechung |
Anwendungsbereiche
Der Wälzlagerstahl 1.3505 (100Cr6) wird vor allem dort eingesetzt, wo höchste Härte, Verschleißfestigkeit und Maßbeständigkeit gefordert sind. Typische Anwendungen sind Kugellager, Rollenlager und Nadellager, die dauerhaft hohen Belastungen und Reibungen standhalten müssen. Darüber hinaus findet der Werkstoff Verwendung in Präzisionsbauteilen, wie Messwerkzeugen, Spindeln, Schneidwerkzeugen oder Druckwalzen. Auch im Automobilbau wird er für Getriebeteile, Achsen und Laufrollen eingesetzt, da er eine hohe Lebensdauer bei wechselnden Beanspruchungen bietet. Damit gehört 1.3505 zu den wichtigsten Stählen im Bereich hochbeanspruchter, verschleißfester Maschinenelemente.
Eigenschaften
Der Stahl 1.3505 (100Cr6) zeichnet sich durch eine sehr hohe Härte und Verschleißfestigkeit nach der Wärmebehandlung aus. Er besitzt eine feinkörnige Gefügestruktur, die für exzellente Maßbeständigkeit sorgt, was ihn ideal für Präzisionsbauteile macht. Seine Druckfestigkeit ist sehr hoch, wodurch er sich besonders für Lager- und Laufrollen eignet. Allerdings hat er eine begrenzte Zähigkeit, was bei schlagartigen Belastungen berücksichtigt werden muss. Die Wärmebehandlung (Härten und Anlassen) ist entscheidend für die endgültigen Eigenschaften, und die Korrosionsbeständigkeit ist gering, weshalb oft zusätzliche Schutzmaßnahmen erforderlich sind.
| Schweißeignung | Schlecht, nicht empfohlen |
| Korrosionsbeständigkeit | Gering, Oberflächenschutz oft notwendig |
| Zähigkeit | Eher gering, empfindlich gegen Schlagbelastung |
| Umformbarkeit | Nur im Weichglühzustand möglich |
| Maßbeständigkeit | Sehr gut durch feinkörniges Gefüge |
| Wärmebehandlung | Sehr gut härtbar, Eigenschaften stark davon abhängig |
| Druckfestigkeit | Sehr hoch, ideal für Lager und Rollen |
Welche Rolle spielt die Wärmebehandlung bei 1.3505?
Die Wärmebehandlung ist entscheidend für die Endhärte und die Gebrauchseigenschaften des Stahls. Durch Härten und Anlassen können Härten von bis zu 62 HRC erreicht werden. Dadurch wird der Werkstoff extrem verschleißfest und druckbeständig. Ohne die richtige Wärmebehandlung kann er seine vollen Leistungswerte nicht entfalten. Deshalb ist eine kontrollierte Wärmeführung ein wesentlicher Bestandteil der Verarbeitung.
Wie verhält sich 1.3505 bei mechanischer Bearbeitung?
Im weichgeglühten Zustand lässt sich der Stahl gut zerspanen. Nach dem Härten ist die Bearbeitung jedoch nur noch sehr eingeschränkt möglich. Präzisionsbearbeitungen werden daher vor der Wärmebehandlung durchgeführt. Durch die hohe Härte im Endzustand bleibt die Formgenauigkeit der Bauteile stabil. Das macht ihn für Präzisionskomponenten besonders wertvoll.
Welche Schwächen hat 1.3505?
Die größte Schwäche liegt in seiner geringen Korrosionsbeständigkeit. Bei Kontakt mit Feuchtigkeit oder aggressiven Medien kann schnell Rost entstehen. Deshalb müssen Bauteile oft beschichtet oder geölt werden. Auch seine Zähigkeit ist begrenzt, weshalb schlagartige Belastungen problematisch sein können. Dennoch überwiegen die Vorteile für verschleißbeanspruchte Anwendungen.
Chemische Zusammensetzung
| 1.3505 | C | Si | Mn | P | S | Cr | Mo |
| min. | 0,93 | 0,15 | 0,25 | 1,35 | |||
| max. | 1,05 | 0,35 | 0,45 | 0,025 | 0,02 | 1,60 | 0,1 |
