
1.4057 (X17CrNi16-2)
Werkstoffdatenblatt
Internationale Bezeichnung
| EN-Kurzname(Europa) | X17CrNi16-2 | Europäische Norm |
| EN-Norm | EN 10088 | Edelstahl-Norm |
| AISI/SAE | AISI 431 | Amerikanische Bezeichnung |
| AFNOR (Frankreich) | Z15CN17-03 | Französisches Äquivalent |
| JIS (Japan) | SUS 431 | Japanische Industrienorm |
| UNS (USA) | S43100 | Unified Numbering System |
| BS (Großbritannien) | 431S29 / 431S21 | Britische BS 970-Normen |
Anwendungsbereiche
Der Werkstoff 1.4057 (X17CrNi16-2 / AISI 431) wird aufgrund seiner hohen Festigkeit, guten Zähigkeit und moderaten Korrosionsbeständigkeit bevorzugt in technischen Anwendungen eingesetzt, bei denen mechanische Beanspruchung und gleichzeitig Korrosionsanforderungen bestehen. Typische Einsatzbereiche sind der Maschinenbau, der Schiffbau sowie die chemische und petrochemische Industrie. Häufig findet man ihn in Komponenten wie Pumpenwellen, Spindeln, Schrauben, Ventilen, Turbinenbauteilen und Befestigungselementen, die sowohl hohen Kräften als auch korrosiven Medien standhalten müssen. Auch in der Lebensmittel- und Pharmaindustrie kommt er zum Einsatz, sofern eine moderate Korrosionsbeständigkeit ausreicht. Durch seine gute Polierfähigkeit eignet sich 1.4057 außerdem für dekorative Bauteile im technischen Bereich.
Eigenschaften
Der martensitische Edelstahl 1.4057 zeichnet sich durch eine gute Kombination aus hoher Festigkeit, Zähigkeit und einer vergleichsweise guten Korrosionsbeständigkeit aus. Besonders nach der Wärmebehandlung erreicht der Werkstoff eine sehr hohe Zugfestigkeit und Härte, was ihn ideal für mechanisch belastete Bauteile macht. Gleichzeitig bleibt er in mäßig korrosiven Medien beständig, vor allem in leicht aggressiven wässrigen Lösungen. Die Zerspanbarkeit ist im weichgeglühten Zustand gut, verschlechtert sich jedoch bei gehärtetem Material deutlich. Die Schweißbarkeit ist eingeschränkt, kann aber mit geeigneter Vor- und Nachbehandlung verbessert werden. Aufgrund seiner magnetischen Eigenschaften wird 1.4057 auch in elektromechanischen Anwendungen eingesetzt.
| Korrosionsbeständigkeit | Gut in leicht aggressiven Medien, z. B. Wasser, verdünnte Säuren |
| Schweißbarkeit | Eingeschränkt – Vorwärmen und Anlassen empfohlen |
| Magnetisierbarkeit | Ja, magnetisch |
| Zerspanbarkeit | Gut im weichgeglühten Zustand |
| Zähigkeit | Hoch, auch bei erhöhter Festigkeit |
| Härte (vergütet) | Bis ca. 280 HB / bis zu 50 HRC möglich |
Wofür eignet sich 1.4057 besonders gut?
Der Werkstoff 1.4057 ist ideal für Komponenten, die hohen mechanischen Belastungen ausgesetzt sind und gleichzeitig eine gewisse Korrosionsbeständigkeit benötigen. Typische Einsatzbereiche sind Wellen, Spindeln, Schrauben, Bolzen und Ventilbauteile im Maschinenbau, in der chemischen Industrie sowie im Schiffbau und in der Nahrungsmittelverarbeitung. Besonders in Umgebungen mit leicht aggressiven Medien – z. B. Wasser, feuchter Luft oder schwach sauren Lösungen – zeigt der Stahl ein gutes Verhalten. Aufgrund seiner hohen Festigkeit nach Wärmebehandlung wird er bevorzugt dort eingesetzt, wo sowohl Verschleißfestigkeit als auch Strukturstabilität gefordert sind.
Kann 1.4057 gehärtet werden?
Ja, einer der großen Vorteile von 1.4057 ist seine Härtbarkeit. Der Stahl kann durch Abschrecken aus Temperaturen von etwa 950–1050 °C gehärtet werden. Anschließend wird ein Anlassen durchgeführt, um die gewünschte Kombination aus Härte, Zähigkeit und Maßhaltigkeit zu erreichen. In gehärtetem Zustand erreicht der Werkstoff sehr hohe Härtegrade (bis zu 50 HRC) und eignet sich dadurch ideal für Anwendungen mit hoher Verschleiß- oder Druckbelastung. Die gezielte Wärmebehandlung ist dabei essenziell, um die volle Leistungsfähigkeit des Werkstoffs auszuschöpfen, ohne dass er zu spröde wird.
Welche Oberflächenbehandlungen sind bei 1.4057 sinnvoll?
Oberflächenbehandlungen wie Schleifen, Polieren, Elektropolieren oder Passivieren verbessern sowohl das optische Erscheinungsbild als auch die Korrosionsbeständigkeit von 1.4057. Besonders durch das Passivieren kann die Schutzschicht aus Chromoxiden gestärkt werden, was zu einer besseren Beständigkeit gegenüber Feuchtigkeit und aggressiven Medien führt. Für Bauteile mit hohem Verschleiß können auch Härteverfahren wie Nitrieren in Betracht gezogen werden, sofern die Anwendungsumgebung dies zulässt.
Chemische Zusammensetzung
| 1.4057 X17CrNi16-2 | C | Si | Mn | P | S | Cr | Ni |
| min. | 0,12 | 15 | 1,50 | ||||
| max. | 0,22 | 1,0 | 1,50 | 0,04 | 0,015 | 17 | 2,50 |
1.4057 Restware
